Die Fenster eines Gebäudes sind die Bauteile, über die am meisten Energie in Form von Wärme verloren geht. Mit dem Austausch der Fenster lässt sich also auf einen Schlag eine Menge Energie und damit bares Geld sparen, zudem wird der Wohnkomfort deutlich erhöht.
Neben der Tatsache, dass Fenster sowohl im Alt- als auch im Neubau einen höheren Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) aufweisen als etwa Wände oder Dachkonstruktionen, sind ältere Fenster oft nicht dicht. Will man alte Fenster beim Sanieren an moderne Standards anpassen, gilt es genau wie beim Fensteraustausch zunächst diese Schwachstelle zu beseitigen.
Um dem Behaglichkeitsempfinden der Bewohner gerecht zu werden, müssen Fenster bestimmte thermische Qualitäten aufweisen, die im U-Wert ausgedrückt werden (siehe Kasten). Dieser U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils. Je niedriger er ist, desto geringer sind die Wärmeverluste über die Fensterflächen.
Das gibt der Gesetzgeber für Fenster und Dachfenster dazu
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für neu eingebaute Fenster einen maximalen U-Wert von 1,3 (W/m²K) vor. Für neue Dachfenster gilt hingegen ein maximaler U-Wert von 1,4 (W/m²K). Aber Achtung: Diese gesetzlichen Vorgaben reichen nicht aus, um die technischen Mindestanforderungen für die Förderung zu erfüllen! Gefördert werden Fenster mit einem maximalen U-Wert von 0,95 W/m²K (für Dachfenster 1,0 W/m²K). Von der BAFA (Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gibt es 20% der Investition in neue Fenster erstattet. Falls vor dem Austausch ein Sanierungsplan aufgestellt wurde, gibt’s nochmal 5 % obendrauf. Die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE).

Fenster dämmen ohne Austausch – wie soll das gehen?
Ist der Fensterrahmen breit und stabil genug, lässt sich mit ein paar einfachen Maßnahmen der U-Wert des alten Fensters verringern.
1. Einfachverglasungen mit Beschichtung einsetzen
Schlecht dämmende Einfachverglasungen lassen sich mit einer Beschichtung mit einem sogenannten Hardcoating mit niedriger Emissivität optimieren. Damit kann den U-Wert bei neueren Fenstern um bis zu 2,5 W/(m² · K), bei historischen Fenstern um circa 1,4 W/(m² · K) (bezogen auf ein Stulpfenster mit Außenabmessungen von 1,23 m × 1,48 m) reduzieren.
2. Von Einfachglas auf Doppelverglasung wechseln
Der Einbau eines Wärmeschutzglases in den vorhandenen Rahmen kann zu thermischen Verbesserungen bis zu 3 W/(m²K) führen. Um Gewicht zu sparen und die Verglasungsstärke zu reduzieren, sollten Dünnschichtgläser und Gasfüllung aus Krypton eingesetzt werden. Sowohl diese dünnen Gläser, die in Stärken hinunter bis 1,2 Millimeter geliefert werden können, als auch Krypton als Füllgas sind allerdings ziemlich teuer und die Lösung „Verglasungstausch“ reicht in der Regel nicht aus, um die Behaglichkeitsanforderungen zu erfüllen.
3. Von Einfachglas auf Dreifachverglasung wechseln
Um die Behaglichkeitsanforderung zu erreichen, ist in der Regel der Schritt zur Dreifachverglasung erforderlich. Bei neuen Fenstern bietet diese Ug -Werte bis zu 0,50 W/(m² · K). Falls der Platz im Rahmen nicht für eine Dreifachverglasung ausreicht, kann der Rahmen aufgeschnitten und mit einer Dämmstoffschicht versehen werden, zum Beispiel mit einem nanoporösen Hochleistungsdämmstoff. Verwendet man hier die Dünnschichtverglasung, sind so Fenster-U-Werte von 0,77 W/(m² · K) möglich.

4. Thermische und optische Ebene trennen
Die erfolgversprechendste Möglichkeit stellt jedoch eine komplett neue thermische Ebene dar. Dabei bleibt das alte Fenster weitgehend unangetastet, auf der Innenseite wird eine zusätzliche Ebene mit Dreifachglas eingefügt. Eine solche Lösung, die die „optische“ von der „thermischen“ Ebene entkoppelt, ist als Verbund- und als Kastenfenster möglich.
Auch der Rahmen kann optimiert werden
Weil die Glas U-Werte unter den Rahmen U-Werten liegen, ist es aus thermischer Sicht vorteilhaft, die Rahmenansichtsbreite möglichst gering zu halten. Das bedeutet für Sprossenfenster aber auch, dass sie über eine schlechtere thermische Bilanz verfügen als durchgehende Fenster. Außerdem können über die Rahmen keine solaren Gewinne realisiert werden, und sie lassen Wärme durch die Glasränder entweichen. Werden alte Fenster saniert oder restauriert, ist eine Möglichkeit, das Glas durchzuziehen und die Sprossen nachträglich so fein wie möglich auf das Glas aufzusetzen.
Weitere Verbesserungen sind durch gedämmte Rahmen möglich. Dabei kann der Dämmstoff entweder außen auf den Rahmen aufgebracht werden, oder eine Schicht des Rahmens besteht von vornherein aus einem Dämmmaterial. In günstigen Fällen sind so Rahmen-U-Werte unter 0,7 W/(m² · K) zu erzielen. Solche Rahmen sind in großer Vielfalt nicht nur für Passivhäuser verfügbar.
