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25. Februar 2024  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Auf die Matte gelegt - Entkopplung von jungen Untergründen

von  Sopro | 9 Min. Lesezeit | #Entkopplung  #Entkopplungssysteme  #Untergrund  #Dämmplatte  #Abdichtung 

Ein Problem tritt oft gegen Ende der Bauzeit auf: bedingt durch kürzere Bauzeiten oder Bauzeitverschiebungen soll der Fliesen- oder Natursteinbelag verlegt werden, obwohl die Estriche die notwendige Belegereife oder der Beton das erforderliche Mindestalter noch nicht erreicht haben. Statt Zeit zu verlieren, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit einer geeigneten Entkopplung trotz frühzeitiger Belegung ein möglicher Schaden im Oberbelag vermieden werden.

Liegt ein noch zu junger Estrich oder ein kritischer Untergrund vor, steht eine Vielzahl an Entkopplungssystemen zur Auswahl. Bei der Wahl des geeigneten Systems kann ein Blick in das ZDB/euroFEN Merkblatt „Verlegung von Fliesen und Platten auf Entkopplungssystemen im Innenbereich“ hilfreich sein. Hierin werden folgende Entkopplungssysteme unterschieden:

  • Glatte, bahnenförmige Systeme: Kunststoffbahnen mit beidseitiger Vliesoberfläche als Kontaktschicht oder im Verlegemörtel eingebettete Vliese, bspw. Sopro Abdichtungs- und EntkopplungsBahn AEB® 640 oder Sopro Abdichtungs- und EntkopplungsBahn AEB® plus 639.
  • Plattenförmige Systeme: werkseitig formatierte Verlegeelemente, bspw. Sopro FliesenDämmPlatte FDP 558 oder Sopro TrittschallDämmPlatte TDP 565.
  • Strukturierte, bahnenförmige Elemente: profilierte Kunststoffbahnen die im Verbund zum Untergrund verklebt werden. Hier gibt es nun aus dem Hause Sopro auch eine Lösung, die neue Sopro Entkopplungsmatte eXtra EM-X 1189.
brauner Klebeuntergrund wird mit einer Kelle verstrichen
Fliesenkleber mit geeigneter Zahnung auftragen
Person rollt rote Sopro Entkopplungsmatte über Fliesenboden aus.
Entkopplungsmatte ausrollen und andrücken
Entkopplungsbahn mit Klebeuntergrund darunter
Trägerflies vollflächig mit Sopro Flexkleber benetzen

Darüber hinaus werden für die Einsatzbereiche der Entkopplungssysteme (EK) vier Kategorien festgelegt.

  • Wohnbereich (W): hierunter fallen beispielsweise Wohnräume, Badezimmer, Küchen sowie Flure und Nebenräume.
  • Gewerblicher Bereich (G): in diese Gruppe werden gewerbliche Flächen wie z. B. Büroräume, Aufenthaltsräume und Empfangs-/Eingangsbereiche eingestuft.
  • Mechanisch beanspruchter Bereich (M): sobald hohe Einzellasten oder Rolllasten auftreten, sind Flächen in diesen Bereich einzustufen. Als Beispiel sind hier Autohäuser, Großküchen und Lagerräume zu nennen.
  • Holzuntergründe (H): insbesondere in Sanierungsmaßnahmen trifft man oft auf alte Holzbalkendecken und Dielenböden.
KategorieAnwendungsgebiet
EK-Wreine Begehung in Wohn und wohnähnlicher Nutzung auch mit Rollstuhlnutzung und Gehhilfen
EK-Gleichte Befahrung (luftbereift), Gewerbe
EK-MBefahrung – mechanisch, Innen und Außenbereich
EK-HHolzuntergründe im Wohnraum (ohne direkte Feuchtigkeitsbelastung)

Zusätzlich kann ein Entkopplungssystem als Abdichtung (AIV-B) oder als schallschutzverbessernde Maßnahme geprüft und eingesetzt werden. Dies erkennt man an der Erweiterung der Bezeichnung, also bspw. EK-W-AIV für eine Entkopplung im Innenraum, welche gleichzeitig als Abdichtung eingesetzt werden kann oder EK-W-S für eine Schallschutzverbesserung. Die neue Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189, eine rissüberbrückende, bahnenförmige Spezial-Entkopplungsmatte aus hochwertigem Hart-Polyethylen (HDPE), erfüllt alle Anforderungen der vier Kategorien und lässt sich somit in einer Vielzahl von Bereichen auf allen erdenklichen, tragfähigen Untergründen einsetzen. Durch die runden, hinterschnittenen Vertiefungen lassen sich die Bereiche besonders wirtschaftlich und mit einem geringen Dünnbettmörtelverbrauch entkoppeln.

Hat ein Zementestrich die nötige Restfeuchte (2,0 CM-% gem. ZDB-Merkblatt) noch nicht erreicht, kann mit der Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 mit den Belagsarbeiten begonnen und somit eine weitere Verschiebung der Bauzeit umgangen werden. Sobald der Zementestrich begehbar und ebenflächig (nicht geschüsselt) ist, kann die Entkopplungsmatte verklebt werden.

Hierfür empfiehlt sich ein S2-Kleber mit hoher kristalliner Wasserbindung, bspw. Sopro megaFlex S2 turbo Silver 666, Sopro’s No.1 Silver 403 oder Sopro VarioFlex® Silver VF 419. Da die Matte wasserundurchlässig ist, bindet der Kleber trotz Ausschluss von Luft und geringer Wasseraufnahme des grundierten Untergrundes schneller ab. Die Entkopplungsmatte wird zugeschnitten und in den aufgezahnten Dünnbettmörtel gedrückt. Je nach Untergrundbeschaffenheit empfiehlt sich eine 4 – 6 mm Zahnung. Zuvor ist der Estrich mit Sopro Grundierung GD 749 zu grundieren. Bauteilfugen sind in den gesamten Belagsaufbau zu übernehmen. Feldbegrenzungsfugen können bei unbeheizten Konstruktionen überbrückt werden, sofern die Fugen gegen Höhenversatz, bspw. mit Sopro EstrichDehnDübel EDD 152, gesichert sind. Die gemäß Verlegeraster der Fliesen nächstmögliche Fuge ist als Dehnungsfuge im Belag auszuführen.

brauner Klebeuntergrund wird mit einer Kelle auf Entkopplungsbahn verstrichen
Hinterschnittene Vertiefungen der Bahn zuspachteln
Entkopplungsbahn mit Klebeuntergrund darunter
Platten im Butterring-Floating-Verfahren verlegen
Fliesen werden auf rote Sopro Entkopplungsmatte mit Kleber verlegt.
Fliesen werden fest im Kleberbett angedrückt

Direkt nach dem Verlegen der Bahn kann mit der Verlegung der Fliesen bzw. des Naturwerksteins begonnen werden. Die runden Vertiefungen der Entkopplungsmatte werden zugespachtelt, direkt im Anschluss wird der Dünnbettmörtel aufgezahnt und die Fliesen in das Kleberbett eingelegt. Formatbegrenzungen gibt es keine - lediglich Kleinmosaik (< 5 x 5 cm) darf nicht verwendet werden. Bei Fliesenformaten > 120 x 120 cm sollte wieder ein S2-Kleber mit hoher, kristalliner Wasserbindung zum Einsatz kommen. Es empfiehlt sich die Anwendung des kombinierten Verfahrens. Zusätzlich zum Kleberauftrag auf der Entkopplungsmatte, ist auch die Fliesenrückseite abzuspachteln. Der Belag muss für den jeweiligen Anwendungsfall vom Hersteller freigegeben sein. Insbesondere bei mechanisch beanspruchten Bereichen ist hierauf zu achten.

Auf die gleiche Art und Weise kann junger Beton entkoppelt werden. Dieser kann gem. DIN 18157 üblicherweise nach 6 Monaten mit einem Fliesenbelag belegt werden. Bei der Verwendung der Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 kann bereits nach 28 Tagen mit der Verlegung begonnen werden.
Calciumsulfatestriche gelten ab einer Restfeuchte von 0,5 CM-% (unbeheizt) bzw. 0,3 CM-% (beheizt) als belegereif. Bei terminlichen Zwängen kann bereits ab 2,0 CM-% mit der Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 entkoppelt und mit den Belagsarbeiten begonnen werden. Auf den obligatorischen Reinigungsschliff kann nicht verzichtet werden. Hiernach ist der Estrich abzusaugen und mit Sopro SperrGrund SG 602 im Kreuzgang zu grundieren. Die Verklebung der Entkopplungsmatte erfolgt bspw. mit Sopro’s No.1 Flexkleber 400.

Im Anschluss kann mit den Verlegearbeiten der Fliesen begonnen werden. Es gelten für Fliesenformat und Wahl des Dünnbettmörtels die gleichen Anforderungen wie bei Zementestrichen. Wichtig zu den beschriebenen Anwendungsfällen: trotz technischer Machbarkeit handelt es sich bei den Einbausituationen um Abweichungen zur Norm – somit ist dringend zu empfehlen, den Auftraggeber darüber aufzuklären und mit ihm eine „Sonderkonstruktion“ zu vereinbaren!

Wenn der Untergrund im Rahmen der geltenden Toleranz eingebaut wurde, auf Grund einer gewünschten Großformatverlegung aber erhöhte Anforderungen an die Ebenheit gelten, ist vor Einbau der Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 eine Ausgleichsschicht einzubringen. Hierfür eignet sich auf zementären Untergründen bspw. Sopro FließSpachtel 15® plus 550. Dieser kann in Schichtdicken zwischen 2 und 150 mm eingebracht werden. Der zementäre Untergrund ist zuvor mit Sopro Grundierung GD 749 zu grundieren. Bei Calciumsulfatestrichen ist erhöhte Vorsicht geboten. Um eine zusätzliche Rückdurchfeuchtung der oberen Estrichschicht und damit einen Haftverbundschaden zu verhindern, ist der Estrich mit Sopro BauHarz BH 869 oder Sopro MultiGrund MGR 637 abzusperren und in frischem Zustand abzusanden. Im Nachgang kann Sopro FließSpachtel 15® plus 550 eingebaut werden.

In mit Feuchtigkeit beanspruchten Bereichen kann die Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 als Abdichtung (AIV-B) verwendet werden. Da die Matte in sich dicht ist, müssen lediglich die Stöße sowie die Wand-Boden-Übergänge im Nachgang wasserdicht verklebt werden. Hierfür werden im Stoßbereich die runden Vertiefungen mit Sopro TurboDichtSchlämme TDS 823 oder Sopro DichtSchlämme Flex RS 623 zugespachtelt. Im Nachgang wird Sopro AEB® Dichtband Flex 148 über den Stößen mit Sopro TurboDichtSchlämme TDS 823 verklebt. Nach Durchtrocknung der Dichtschlämme kann wie gewohnt mit der Fliesenverlegung fortgefahren werden.

Es gibt noch weitere Einsatzgebiete für die Sopro EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189. Eine Entkopplung auf formstabilen Holzuntergründen oder alten Fliesenbelägen lässt sich mit der Bahn herstellen. Nach gründlicher Reinigung sind die Untergründe mit Sopro HaftPrimer S HPS 673 zu grundieren. Sind die Holzuntergründe noch auszugleichen, so kann dies mit Sopro VarioFließSpachtel VS 582 gemacht werden. Die Bahn kann zur Entkopplung von Mischuntergründen eingesetzt werden und wenn diese vorliegen, ist sie auch als Wandfläche einsetzbar.

Noch mehr Informationen:

Fazit

Mit der EntkopplungsMatte eXtra EM-X 1189 ergänzt die Sopro einen wichtigen Anwendungsbereich im Entkopplungssysteme-Sortiment. Im Bereich der Entkopplung von jungen Untergründen lässt sich eine wirtschaftliche und sichere Lösung für die anschließende Verlegung mit Fliesen oder Naturstein realisieren. Zudem lässt sich die Bahn als Verbundabdichtung einsetzen. So kann in einem akkreditierten, neutralen Institut geprüften System entkoppelt und abgedichtet werden.

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Sopro

Die Sopro Bauchemie GmbH verbindet auf einzigartige Weise ein historisch gewachsenes Erfahrungspotential mit einer zukunftsorientierten Produkt- und Markenstrategie. Dies hat Sopro zu einem führenden Anbieter bauchemischer Produkte gemacht - nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit. Garantierte Profi-Qualität und ein ausdrückliches Bekenntnis zum Fachhandel sind zwei ganz wesentliche Pfeiler unser Unternehmensphilosophie. Dazu kommt ein komplettes Sortiment rund ums Haus.

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