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6. Dezember 2023  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Auf leisen Sohlen – Trittschallverbesserung unter Fliesen- und Plattenbelägen

von  Sopro | 7 Min. Lesezeit | #Trittschall  #Bodenbelag  #Schalldämmung  #Estrich  #Fußboden 

Lärm beeinträchtigt die Gesundheit und verursacht Stress. Eine besondere Form des Lärms ist der Trittschall. Speziell bei Sanierungs- und Renovierungsprojekten liegt verstärkt ein Augenmerk auf entsprechenden Dämmmaßnahmen. Denn: Trittschall nervt!

Jeder der in einem Mehrfamilienhaus gewohnt hat, kennt die Problematik des Trittschalls. Man sitzt müde im Wohnzimmer und der Nachbar obendrüber beginnt mit seiner Sportstunde. Oder man ist abends eingeschlafen und das Pärchen von nebenan kommt polternd die Treppe hoch. Zu guter Letzt läuft dann noch eine Waschmaschine. Diese Vorfälle sind typische Beispiele aus dem Alltag. Sie zeigen, dass hier nicht nur gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen, sondern vielmehr Trittschall schnell zu einem Nachbarschaftskonflikt führen kann. Besonders im Rahmen von Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen sind Bauherren, Planer und Handwerker gefordert, schallmindernde Maßnahmen einzuleiten. Vielfach ist diese Aufgabe sehr problematisch, denn gerade beim Bauen im Bestand muss die bestehende Bausituation berücksichtigt werden.

Was ist Trittschall?

Schall kann man sich als Welle vorstellen, welche sich in einem Medium, wie beispielsweise Luft oder Beton, ausbreitet. Die an sich im Gleichgewicht liegenden Teilchen dieses Mediums werden bei der Ausbreitung des Schalls in Schwingungen versetzt. Die Frequenz des hörbaren Schalls liegt zwischen 20 Hertz und 20.000 Hertz. Trittschall bewegt sich in einem Frequenzbereich von 50 Hertz bis 3.150 Hertz. Dabei umfasst der Begriff des Trittschalls nicht nur die Geräusche, die entstehen, wenn Personen einen Bodenbelag begehen, sondern auch die von Haushaltsgeräten (z. B. Waschmaschinen). Die Ausbreitung des Schalls findet im Wesentlichen über Bauteile, wie z. B. Betondecken statt und nur eingeschränkt über die Luft.

Wie funktioniert eine Trittschalldämmung?

Aufgabe einer Trittschalldämmung ist Schwingungen zu dämpfen und ihre wellenförmige Ausbreitung zu unterbrechen. Das Dämmmaterial muss über Elastizität verfügen, durch die verhindert wird, dass das Material selbst schwingt. Entsprechend wird die Übertragung der Schwingungen reduziert bzw. unterbrochen. Der Wirkungsgrad einer Trittschalldämmmaßnahme ist abhängig von den örtlichen konstruktiven Gegebenheiten der Baustelle. Dabei ist zu beachten, dass die Laborprüfungen der Trittschalldämmsysteme, basierend auf den Vorgaben der DIN EN ISO 140-8, einen Aufbau des Systems auf einer Betonplatte von definierter Dicke (140 mm) vorsehen.

Dieser Laboraufbau findet sich in seltensten Fällen auf der Baustelle wieder. Es ist vielmehr die Regel, dass konstruktiv auf einem Estrich oder vergleichbaren Boden aufgebaut wird, der schwimmend oder zumindest auf Trennlage auf einer Beton- oder Holzbalkendecke aufliegt. Insofern dürfen herstellerseitig angegebene Trittschallminderungswerte nicht als direkt übertragbare Baustellenwerte angesehen werden. Aufgrund des unterschiedlichen Aufbaus von Baustelle und Labor sind deutliche Unterschiede nicht ungewöhnlich.

Der effektive Wirkungsgrad der Trittschalldämmung lässt sich auf der Baustelle nur durch eine Schallmessung ermitteln. Ein typischer Fehler ist es, Trittschallminderungsmaße verschiedener kombinierter Systeme zu addieren. Das ist aufgrund der physikalischen und mathematischen Gegebenheiten beim Thema Schall nicht korrekt. Ein System mit 16 dB Minderung bringt in der doppelten Verlegung keine 32 dB Minderung.

Sopro-Systeme zur Trittschalldämmung:

Sopro FliesenDämmPlatte FDP 558 – Die im Wesentlichen zum Zweck der Entkopplung entwickelte Sopro FliesenDämmPlatte FDP 558 mindert den Trittschall in Abhängigkeit der Plattendicke um bis zu 10 oder 11 dB.

Sopro TrittschallDämmPlatte TDP 565 – Neben der ausgeprägten Trittschallminderung um bis zu 16 dB weist dieses 8 mm dicke, plattensteife System noch gute Entkopplungseigenschaften auf.

Sopro Trittschall- und Entkopplungsbahn TEB 664 – Dieses 3 mm dicke System kombiniert die Vorteile von Bahnenware mit der ausgeprägten Trittschallminderung um bis zu 17 dB.

Nahaufnahme von verdreckter und rissiger Fliese

Grundlegende Normen und Richtlinien:

Bauaufsichtliche Grundlage stellt die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ dar. Hierin werden Mindestanforderungen an den Schallschutz definiert, mit dem Ziel, Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden und unzumutbare Belästigungen auszuschließen. Trotz Einhaltung dieser Mindestanforderungen können Geräusche aus benachbarten Räumlichkeiten übertragen werden, was bedeutet, dass Belästigungen – wenn auch keine unzumutbaren – entstehen können.

Im Rahmen des Beiblatts 2 zur DIN 4109 gibt es die Möglichkeit, erhöhte Anforderungen zu definieren und zu vereinbaren. Wie lauten die Anforderungen seitens der DIN 4109 an den Trittschall bei Gebäudetrenndecken?

Einfamilien- und Reihenhaus:

  • Normaler Trittschallschutz ≤ 56 dB
  • Erhöhter Trittschallschutz (wenn vereinbart) ≤ 46 dB

Mehrfamilienhaus:

  • Normaler Trittschallschutz ≤ 53 dB
  • Erhöhter Trittschallschutz (wenn vereinbart) ≤ 46 dB
  • Treppenläufe ≤ 58 dB
  • Erhöhte Anforderungen Treppenläufe (wenn vereinbart) ≤ 46 dB

Büro- und Verwaltungsgebäude:

  • Normaler Trittschallschutz ≤ 53 dB
  • Erhöhter Trittschallschutz (wenn vereinbart) ≤ 46 dB

Diese Trittschallwerte können unter Verwendung der Sopro-Trittschalldämmsysteme erreicht werden. Dabei muss immer die Konstruktion als Gesamtes bewertet werden.

Planerische Aspekte:

Bei der Planung einer angemessenen und ausreichenden Trittschalldämmung sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Einschränkend wirken eine Reihe von technischen Rahmenbedingungen oder Kostenbudgets. Oftmals ist man damit konfrontiert, dass keine Komplettsanierungen durchgeführt werden (können), welche die Anordnung der Trittschalldämmung unterhalb des Estrichs ermöglichen. In vielen Fällen steht keine oder eine unzureichende Aufbauhöhe zur Verfügung, um eine trittschalldämmende Maßnahme in Verbindung mit einem schwimmenden Estrich zu verwirklichen.

Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit der Anordnung der Trittschalldämmung auf der Oberfläche des vorhandenen Bodens, sowie bei Bauvorhaben, wie beispielweise in Fachwerkhäusern, in denen aus statischen Gründen der Einbau eines trittschalldämmenden Estrichaufbaus faktisch nicht möglich ist. Eine Alternative bieten Trittschalldämmmaßnahmen, die direkt unterhalb des Fliesen- oder Plattenbelags angeordnet werden. In der Regel handelt es sich um sogenannte „Trittschalldämmplatten oder -matten“.

Die Leistungsfähigkeit dieser Produkte in Bezug auf die optimale Trittschallminderung nicht so hoch, wie von Produkten, die unterhalb eines Estrichs zur Anwendung kommen. Dies liegt darin, dass diese Systeme eine höhere dynamische Steifigkeit aufweisen müssen, um die nachfolgende Belegung mit Keramik oder Naturstein zu ermöglichen.

Die großen Vorteile von Produkten, wie z.B. der Sopro TrittschallDämmPlatte TDP 565 liegen auf der Hand:

  • Der Einbauaufwand ist gerade bei einer Maßnahme im Bestand deutlich geringer, da kein Estrich ausgebaut werden muss.

  • Die zusätzliche Aufbauhöhe beträgt produktabhängig lediglich 5 mm bis 10 mm.

  • Trittschalldämmplatten können direkt auf kritischen Untergründen angewandt werden, wie Holz, auf rissigen Estrichen und Beton.

  • Gerade im Bereich der Altbausanierung und des Fachwerkbaus, stellen Dämmmaßnahmen die oft einzige Möglichkeit dar, um einen akzeptablen Trittschallschutz unterhalb eines keramischen Belags zu bewerkstelligen.

  • Bei vorhandenen Verbundestrichen oder Massivdecken (typische Ausführungsvariante im europäischen Ausland, Frankreich, Niederlanden oder Skandinavien) stellen die oberflächenaufliegenden Trittschallmaßnahmen die einzige effektive Möglichkeit dar, eine Trittschallminderung zu erzielen.

verschiedene Plattenbeläge freigestellt

Rechtliche Aspekte:

Ein besonderes Augenmerk gilt der Trittschalldämmung, wenn weiche Oberbeläge - im extremen Fall ein langfloriger Teppich - gegen harte, keramische Beläge oder Naturstein ausgetauscht werden sollen. In einigen Fällen können Beschwerden auftreten, wenn keine ausreichende Trittschalldämmung vorgesehen wurde. Speziell in Mehrfamilienhäusern endet dies häufig in langwierigen Gerichtsprozessen. Das Urteil VIII ZR 355/03 des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2004 stellt klar, dass vermieterseitig durchgeführte bauliche Veränderungen an einem Gebäude, die zu Lärmemissionen führen können, den zum Zeitpunkt des Umbaus geltenden Regeln der Technik entsprechen müssen.

Insofern ist es falsch, grundsätzlich von einem Bestandsschutz auszugehen. Bei umfangreichen Renovierungsarbeiten muss der Schallschutz entsprechende Berücksichtigung finden. Sofern keine anderslautenden Vereinbarungen vertraglich festgehalten sind, ist vom normalen Trittschallschutz auszugehen (siehe hierzu DIN-Tabelle). Im Urteil des OLG Düsseldorf 3 Wx 115/07 wird deutlich, dass der Austausch eines vorhandenen Teppichs gegen einen Parkettbelag nicht rechtens ist, wenn hierdurch die Trittschallbelastung benachbarter Wohnungen erheblich steigt. Dann wird die Sopro Trittschalldämmung von Nöten.

Ausführung:

Der besondere Anspruch an die Ausführung liegt darin mit hoher Gründlichkeit und Sorgfalt zu arbeiten. Unachtsamkeiten können die Wirkung der Trittschalldämmung massiv mindern. Minimale Schallbrücken können die Wirkung der Maßnahme einschränken. Eine einzige Schallbrücke pro Bauteil bedeutet eine Minderung von 3 bis 4 dB. Bei mehreren Schallbrücken kumuliert sich der Effekt, bis zu dem Punkt, dass keine Trittschallminderung mehr feststellbar ist. Ein Mörtelsteg von lediglich 2 mm Breite wirkt als Schallbrücke. Diese Aspekte müssen dem späteren Nutzer bewusst sein. So wird z. B. die Wirkung der Dämmung ruiniert, wenn im Lauf der Nutzung Möbelstücke am Boden verdübelt werden und die Dämmung durchdringen. Solche Maßnahmen haben einen weitreichenden negativen Einfluss auf die Trittschalldämmung.

Die Verbesserung der Trittschallsituation in einem bestehenden Gebäude ist mit einfachen Maßnahmen möglich. Zur Erzeugung eines ansprechenden Resultats muss durch qualifizierte Fachbetriebe sachgerecht vorgeplant und gründlich ausgeführt werden.

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Sopro

Die Sopro Bauchemie GmbH verbindet auf einzigartige Weise ein historisch gewachsenes Erfahrungspotential mit einer zukunftsorientierten Produkt- und Markenstrategie. Dies hat Sopro zu einem führenden Anbieter bauchemischer Produkte gemacht - nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit. Garantierte Profi-Qualität und ein ausdrückliches Bekenntnis zum Fachhandel sind zwei ganz wesentliche Pfeiler unser Unternehmensphilosophie. Dazu kommt ein komplettes Sortiment rund ums Haus.

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