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3. Dezember 2023  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Eigenheim nachträglich dämmen und isolieren

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Eigenheim  #Dämmung  #Dachdämmung  #Deckendämmung  #Kellerdämmung 
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Für den Neubau eines Hauses gibt der Gesetzgeber die Richtlinien der Energieeffizienzhäuser vor. Wird ein fertiges Haus gekauft, dann steht vor dem Einzug in der Regel eine Renovierung auf dem Programm. Dabei wird auch die Energieeffizienz des Gebäudes nachhaltig verbessert. Eine ganz andere Situation ergibt sich, wenn eine Familie bereits in einem Einfamilienhaus wohnt und aus Gründen des Umweltschutzes und zum Sparen von Heizkosten nachträglich eine Wärmedämmung einbringen will. Welche nachträglichen Dämmmaßnahmen sinnvoll sind und von den Eigentümern selbst ausgeführt werden können, ist nicht immer ganz einfach zu bestimmen. Antworten auf diese Fragen liefert der nachfolgende Artikel.

Welche Dämmung ist sinnvoll?

Modernste Technik inklusive Wärmebildkamera hat bewiesen, dass sich bei Bestandsgebäuden durch geeignete, nachträglich eingebrachte Wärmedämmmaßnahmen Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent erreichen lassen. Wichtig ist dabei, dass jede nachträgliche Dämmung zuvor mit kühlem Kopf geplant werden muss. So ist es bei einer Fassadendämmung leicht möglich, dass sie erheblich teurer wird, als die damit erzielten Energieeinsparungen für ein Jahrzehnt und länger betragen würden. Mitunter kann es sogar vorkommen, dass bei einer Baumaßnahme zur Wärmedämmung der Materialaufwand extrem hoch ist. In der Folge verschlechtert sich der CO2-Abdruck des Hauses so stark, dass die Energieeinsparungen dieses Minus im Laufe der zu erwartenden Lebensdauer des Gebäudes nicht wieder ausgleichen oder ins Positive umkehren können. Genau deshalb ergibt es insbesondere bei größeren Projekten immer Sinn, einen Energieberater in die Planung einzubinden.

Fassade nachträglich dämmen

Handwerker bringt Dämmplatten an der Außenfassade an

In der Praxis haben sich drei Systeme zur nachträglichen Wärmedämmung von Fassaden als sehr gut geeignet erwiesen:

  • hinterlüftete Vorhangfassade
  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
  • Kerndämmung

Bei der hinterlüfteten Vorhangfassade wird zuerst eine Unterkonstruktion auf die Außenwände aufgebracht. Darauf lassen sich anschließend Platten aus Holz, Zementfaser, Naturstein oder Kunststoffpaneele anbringen. Der Zwischenraum zwischen den Platten und der Wand wird in der Regel mit Zellulose oder Mineralwolle gefüllt, was für eine sehr gute Wärmedämmung sorgt. Vornehmlich durch die modernen Kunststoffpaneele, die mit verschiedenen Dekors verfügbar sind, kann durch diese Maßnahme das äußere Erscheinungsbild eines Hauses komplett geändert werden. So lässt sich ein Haus mit verputzter Fassade optisch in ein Holzhaus verwandeln.

Der Nachteil dieses Weges ist der relativ hohe Kostenfaktor. Denn zusätzlich zum Dämmmaterial muss die eigentliche Vorhangfassade finanziert werden. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die Fassade gut Wasser ableiten kann. Feuchtigkeit fällt an, weil Wasserdampf aus den Innenräumen nach außen tritt und mitunter Regen, Schnee oder Eis durch die Fassade in die Dämmung gelangen kann.

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Bei der Kerndämmung wird den Außenwänden eine zweite gemauerte Wand vorgesetzt. Der Hohlraum zwischen beiden Wänden wird mit Platten aus Mineralfasern oder Polystyrol gedämmt, oft auch mit Perliten.

Hinsichtlich der Kosten und des Aufwands sind WDVS besonders günstig. Dabei werden Platten aus Holzfasern, Polystyrol oder Mineralfasern auf die Außenwände geklebt oder gedübelt. Anschließend werden die Außenwände neu verputzt. Inzwischen werden transparente WDVS angeboten, mit denen sich Solarenergie produzieren lässt. Dies kann helfen, die Energiebilanz eines Hauses weiter zu verbessern.

Dämmung der Außenwände

Außenwände werden entweder über die Fassade gedämmt, oder es werden innen Wärmedämmplatten angebracht. In der Folge kann die Kälte zwar in die Wände ziehen, wird aber durch die Wärmedämmung daran gehindert, die Innenräume zu erreichen. Problematisch bei dieser Methode sind die Kältebrücken, die überall dort entstehen können, wo Außenwände, Fußböden, Zimmerdecken und Innenwände abgehen. Diese Bereiche müssen gesondert gedämmt werden, um einen zu hohen Wärmeverlust zu verhindern. Zudem sorgt die Wärmedämmung auf der Innenseite der Außenwände dafür, dass kein Wasserdampf nach außen diffundiert. Damit besteht die Gefahr der Kondenswasserbildung, was die Bildung von Schimmel fördern kann. Existiert dieses Problem konkret, dann können besonders dünne Dämmstoffe verwendet werden. Sie isolieren zwar nicht ganz so gut, sorgen aber für eine ausreichende Luftzirkulation und können somit die Bildung von Schimmel in der Regel wirksam verhindern.

Dämmplatten stehen an einer offen Wand die gedämmt wird

Zwischensparrendämmung im Dach nachträglich einziehen

Eine Dachsparrendämmung kann mit und ohne Dampfsperrfolie eingezogen werden. Wichtig ist die korrekte Montage der Dampfbremse, damit wirksam Schimmelbildung verhindert und ausreichend Feuchtigkeit nach außen abgeleitet werden kann. Wird auf die Dampfbremse verzichtet, dann ist ein offener Abstand von rund zwei Zentimetern notwendig, um die Zirkulation der Luft zu garantieren. Um den im Gebäudeenergiegesetz vorgeschriebenen U-Wert von 0,20 W/(m2K) oder bei Altbauten eine Wärmeleitfähigkeit λ = 0,035 W/(m•K) zu erreichen, ist es oftmals notwendig, die Dachsparren aufzudoppeln. Früher wurden Dachsparren mit Stärken von zehn bis 16 Zentimetern verbaut. Um Dämmmaterial in der erforderlichen Stärke einziehen zu können, müssen die Dachsparren aber 24 Zentimeter aufweisen. Diese Stärke lässt sich relativ einfach erreichen, indem ein entsprechend bemessenes Kantholz auf die bestehenden Dachsparren aufgeschraubt wird. Um im riesigen Angebot den richtigen Dämmstoff zu finden, ist es ratsam, einen Energieberater oder einen Fachmann für Dämmstoffe um Rat zu fragen.

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Fenster und Türen nachträglich dämmen

Während moderne Fenstersysteme einen U-Wert bis zu 0,70 W(m2K) bieten können, sind vor 1995 eingebaute Fenster und Türen fast immer wenig energieeffizient und sollten dringend ausgetauscht werden. Bei einem durchschnittlichen Gebäude machen Fenster und Türen immerhin ein Drittel der Gesamtfläche aus. Im Rahmen einer Sanierung können Fenster und Türen ausgetauscht werden, wofür fast immer günstige Kredite aufgenommen werden können. Eine weitere Möglichkeit ist der nachträgliche Einbau von Rollläden. Sie bilden im geschlossenen Zustand eine breite Luftschicht zwischen dem Fenster und der Außenwelt und können so Wärmeverluste effektiv reduzieren. Ein netter Nebeneffekt dabei ist, dass Rollläden einen zusätzlichen Einbruchschutz darstellen.

Frau bringt eine nachträgliche Gummidichtung am Fenster an

Sonderfall Innenwände

Generell gilt, dass Hobbyhandwerker Innenwände niemals selbst dämmen sollten. Es ist wichtig, Dämmmaßnahmen bei Innenwänden sehr sorgfältig zu planen und einen Architekten, einen Energieberater und einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Bei einer Fassadendämmung oder einer Außenwanddämmung wird durch die Dämmmaßnahmen verhindert, dass die Kälte die Innenräume erreichen kann. Zugleich wird sichergestellt, dass ausreichend Feuchtigkeit abgeführt werden kann, sodass kein Kondensat und somit auch kein Schimmelpilz entstehen kann. Dies ist bei Innenwänden nicht möglich, denn hier ist die Kälte bereits im Haus angelangt. Zudem kann die Feuchtigkeit nicht abgeleitet werden, weil keine Verbindung zur Außenwelt besteht. Deshalb ist es ungemein wichtig, zu wissen, wie ein Haus konstruiert wurde, wo Kältebrücken bestehen und welche Möglichkeiten vorhanden sind, Feuchtigkeit dennoch abzuleiten. Wer bei der Dämmung von Innenwänden einen kleinen Fehler macht, kann große Schäden verursachen. Die Wände sind wegen der aufgesetzten Dämmung nicht einsehbar, weshalb sich darunter ungehindert Schimmel bilden und ausbreiten kann. Ist es dazu gekommen, dann sind weitreichende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die entsprechend kostspielig sind.

Oftmals sind spezielle Dämmstoffe notwendig, und es müssen komplizierte Verfahren angewendet werden, um eine Innenwand fachgerecht nachträglich zu dämmen. Dies geht weit über die Fähigkeiten eines Hobbyhandwerkers hinaus, denn es sind Spezialwissen, große Erfahrung und teilweise auch spezielle Werkzeuge erforderlich.

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