Komfortabel wohnen und aktiv Energie sparen
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist bereits ein deutlicher Schritt in die Richtung, Energie effizienter zu nutzen. Allerdings sind Thermoverglasung und Dämmmaterial nicht das Ende von dem, was wirklich möglich ist. Wer in den eigenen vier Wänden Energie effektiver nutzen will, dem stehen zahllose Möglichkeiten offen, egal ob beim Heißwasser, der Heizung oder der Beleuchtung. Welche Wege zur effizienteren Energieverwertung inzwischen gangbar sind, zeigt dieser Artikel.
Heißwasser
In den meisten Haushalten und Gewerbebetrieben ist ein Heißwasserspeicher vorhanden, denn Durchlauferhitzer erweisen sich fast immer als die energetisch ungünstigere und somit deutlich kostspieligere Alternative. Allerdings können die Betriebskosten für einen Heißwasserspeicher weiter gesenkt werden, wenn die Temperatur den Nutzungsumständen angepasst wird.
Moderne Heißwassersysteme lassen sich auf den Rhythmus einstellen, nach dem heißes Wasser tatsächlich benötigt wird. Zukunftsweisende Geräte ermöglichen eine Programmierung sogar via Bluetooth und mittels einer App vom Smartphone, und zwar für jeden Wochentag separat.
Temperatur
Generell sollte die Temperatur nicht höher als unbedingt notwendig eingestellt werden. In der Regel sind um 40 °C ausreichend, auch für das Badewasser. Es gibt wenig Sinn, 60 °C heißes Wasser in die Wanne laufen zu lassen und dieses dann abkühlen zu lassen. Oft besteht eine latente Angst davor, dass sich im Kessel Legionellen ansiedeln. Zeitgemäße Geräte verfügen über eine Wahlautomatik, über die periodisch das Wasser für eine bestimmte Zeit auf über 60 Grad erhitzt wird, um Legionellen zu vernichten.
Überdies kann mit der Programmierung der Geräte die Heißwasserzubereit ein Heißwasserspeichung auf die Lebens- und Nutzungsumstände angepasst werden. Soll heißen, dassher in einem Betrimplett abschaltet. In Haushalten von Berufstätigen wird heißes Wasser morgens und abends bereitgestellt, während in der restlichen Zeit das Wasser im Gerät bei deutlich abgesenkt beispielsweise von Freitagnachmittag bis Montagmorgen automatisch die Temperatur lediglich warmgehalten wird. Und am Wochenende springt der Kessel später an, weil die Bewohner länger schlafen. Eine solche individuelle Programmierung, bei der die Zeiten des tatsächlichen Heißwasserbedarfs berücksichtigt werden, kann die jährlichen Betriebskosten für einen Heißwasserboiler um bis zu 30 Prozent senken.
Übrigens: Genau diese Art der Programmierung bieten auch moderne Heizungssysteme. Während der regelmäßigen Abwesenheit der Bewohner wird die Raumtemperatur abgesenkt, wobei das Haus nicht auskühlt. Erst kurz vor der Rückkehr und am Wochenende fährt das Heizsystem die Raumtemperatur selbständig gemäß Programmierung wieder hoch. Für den Fall, dass die Bewohner früher als üblich zurückkehren, kann die Heizung über App und WiFi angewiesen werden, direkt in den normalen Betriebszustand zu schalten.
Licht
Energiesparlampen und LEDs helfen effektiv dabei, den Stromverbrauch messbar zu senken. Aber gerade bei der Wahl des richtigen Leuchtmittels werden regelmäßig Fehler gemacht, genau wie bei der Schaltung der Lampen. So geht noch immer die Mär, dass Dimmer Energie sparen. Dies gilt nur und eingeschränkt für wenige elektronisch gesteuerte Modelle, nicht aber für Dimmer, die über einen regulierbaren Widerstand die Helligkeit reduzieren. Bei diesen zumeist verwendeten Dimmerschaltern wird Strom vom Widerstand in Wärme umgewandelt. Da der Dimmer selbst Strom benötigt, ist der Gesamtverbrauch sogar etwas höher, als er ohne dieses Gerät wäre.
Deshalb ist es deutlich günstiger, beispielsweise eine integrierte Deckenbeleuchtung mit mehreren LED-Strahlern zu installieren, die durch verschiedene Stromkreise versorgt werden. Über einen Mehrfachschalter erfolgt die Bedienung. So lässt sich die Helligkeit im Raum stufenweise regulieren, was bei partiell ausgeschalteten Stromkreisen definitiv den Stromverbrauch senkt.
Generell gilt, dass Leuchtkörper verschiedener Bauart für bestimmte Zwecke optimal sind.
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Leuchtstoffröhren sollten nur dort eingesetzt werden, wo dauerhaft Licht benötigt wird. Der höchste Stromverbrauch wird von Leuchtstoffröhren beim Einschalten verursacht. Qualitativ hochwertige Leuchtkörper dieser Bauart benötigen im Dauerbetrieb lediglich einen geringen Strom, um das Gas zum Leuchten zu animieren.
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Handelsübliche Energiesparlampen sind überall dort vorteilhaft, wo viel Licht benötigt wird. Also an Plätzen wie in der Küche, in der Garage, im Keller oder im Außenbereich vor der Eingangstür.
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LED-Lampen können flexibel eingesetzt werden, denn sie sorgen für eine atmosphärische Beleuchtung ebenso wie für das Ausleuchten eines Raumes.
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Tageslichtlampen sind überall dort wünschenswert, wo Farben unverfälscht wahrgenommen werden sollen, beispielsweise über dem Esstisch.
Richtiges Lüften
Um in einem Zimmer oder im gesamten Wohnbereich einen Luftaustausch vorzunehmen, ist das Durchlüften ein probates Mittel. Generell sollte nie so lange durchgelüftet werden, dass die Räume auskühlen. Es bedarf Unmengen von Wärme, um in einem ausgekühlten Raum eine angenehme Temperatur zu erreichen. Beim Lüften sind ein oder zwei Fenster ganz zu öffnen, um die sauerstoffarme, warme Luft gegen Frischluft von draußen auszutauschen. An heißen Tagen sollte zudem nur abends und ganz früh am Morgen gelüftet werden, wenn die Außentemperaturen gemäßigt sind.
Wer heizkostensparend den gesamten Wohnbereich lüften will, der kann statt einer normalen Haustür eine sogenannte Klöntür einbauen lassen. Diese im Friesischen beliebten Türen sind zweigeteilt, sodass sich die obere Hälfte getrennt öffnen lässt. Dieses Türmodell ist ideal, um in Kombination mit ein oder zwei ebenfalls geöffneten Fenstern eine gesamte Wohnung binnen sehr kurzer Zeit komplett mit Frischluft zu versorgen.
Energieeffiziente Haussanierung
Rund 70 Prozent des Energieverlustes bei einem Haus erfolgen in der Regel über das Kellergeschoss und das Dach. Genau deshalb stehen diese beiden Hausbereiche bei Neubauten in besonderem Fokus. Bei der Altbausanierung können verschiedene Maßnahmen die Energiebilanz eines Gebäudes deutlich verbessern.
Dachbodenausbau/Dachdämmung
Vielfach sind die Dachböden bei Altbauten weder ausgebaut noch ist das Dach wärmegedämmt. Ein fachgerechter Ausbau inklusive Einbringung von Dämmstoffen macht sich direkt bei der nächsten Heizkostenabrechnung bemerkbar. Zudem lässt sich ein Dachbodenausbau mit OSB-Platten, Gipskarton oder Verbundplatten und Bahnen von Dämmstoffen relativ einfach bewerkstelligen. Eventuell ist ein Dampfsperre notwendig. Wichtig ist aber, dass der Dachboden absolut trocken ist und nirgends Leckagen auftreten.
Keller
In manchen Kellern von Altbauten sind im Winter Eiskristalle an den Wänden und auf dem Estrich zu beobachten. Ein sicheres Zeichen dafür, dass hier dringend eine Dämmung notwendig ist. Möglichkeiten dazu sind:
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Freilegen der Kellerwände, Ersetzen des Außenputzes durch einen modernen Thermoputz, Aufschweißen von Bitumenbahnen, Anlegen einer Drainage mit großzügig breitem Kiesbett.
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Die Verlegung eines Stelzbodens. Auf Stelzlagern werden vorzugsweise 20 mm starke Fliesen aus Feinsteinzeug montiert. Der unter diesem Schwebeboden entstehende Hohlraum kann ohne großen Aufwand mit einem beliebigen Dämmstoff gefüllt werden. Auf diese Weise lässt sich auch ein doppelter Fußboden im Wohnbereich installieren, unter welchem eine Fußbodenheizung nachträglich verlegt werden kann.
Fenster
Müssen bei der Haussanierung die Fenster erneuert werden, sollten innen belüftete Modelle und solche mit reflektierenden Folien in die Auswahl einbezogen werden. Außerdem ist es sinnvoll, über den nachträglichen Einbau von Rollladenkästen nachzudenken, die zusätzlich dämmen und außerdem ein guter Einbruchsschutz sind.
Wasserführende Leitungen
Im Altbau sind vor allem die Heißwasserleitungen und die Rohre im Heizkreis nicht oder lediglich minderwertig gedämmt. Eine geschlossene Schaumstoffummantelung reduziert messbar den Energiebedarf.

Energieeffizienz in Räumen verbessern
Gerade in Altbauten ist die gegenwärtig übliche und energiesparende Deckenhöhe erheblich überschritten. Solche Zimmerdecken können abgehängt werden. Damit wird durch eine gut isolierte Zwischendecke das Raumvolumen verkleinert, sodass beim Heizen weniger Energie umgesetzt wird. Bei normalhohen Räumen kann eine Deckenverkleidung beispielsweise zum Dachboden helfen, die Heizkosten zu senken.
Wandverkleidungen sind immer dort angebracht, wo Außenwände im Winter unangenehm kalt sind. Dies ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Handlungsbedarf besteht. Wandvertäfelungen oder komplette Wandverkleidungen schaffen Abhilfe. Insbesondere Verkleidungen aus Echtholz und Korkplatten haben sich bei der Dämmung als besonders wirkungsvoll erwiesen.
Für energetische Sanierungen geeignete Materialien und Bauteile – ein Überblick
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Als natürlich nachwachsende Dämmstoffe für Wände, Dachböden, doppelte Fußböden sind geeignet: Hanf, Stroh, Holz (auch als Span oder Sägemehl), Kork.
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Als Dämmstoff für Rohrleitungen bieten sich Schaumstoffe an.
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Dachbodenausbau mit OSB-Platten, Gipskarton oder Verbundplatten. Für den Fußboden auf dem Dachboden sind Holzbohlen oder starke OSB-Platten eine gute Wahl.
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Es empfiehlt sich breiter Drainagekanal um die Kellerwände aus grobem Kies.
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Zur Verlegung eines doppelten Fußbodens, eines sogenannten Stelzbodens, sind 20 mm starke Fliesen aus Feinsteinzeug ideal. Dieses Steinzeug ist frostsicher, hoch belastbar, feuerhemmend, säurebeständig, muss nicht versiegelt werden, ist resistent gegen Schimmelpilze und Moose, in verschiedensten Designvarianten erhältlich und obendrein leicht zu reinigen.