Das Einsparen von Energie und Trinkwasser hat in unserer Zeit oberste Priorität. Dies wird mit einem Blick auf die Vorgaben für Energieeffizienzhäuser und in das Gebäudeenergiegesetz (GEG) besonders deutlich. Um besonders energieeffizient zu heizen und heißes Wasser zu produzieren, sind einige Maßnahmen notwendig, die sich bei genauem Hinsehen relativ einfach umsetzen lassen. Wer in diesem Bereich mehr tun will, dem stehen auf dem Markt für alternative Energien etliche Möglichkeiten offen.
Wie wichtig ist die Wartung der Heizungsanlage?

Moderne Heizungsanlagen und Heißwasserbereiter arbeiten mit einem ausgeklügelten Steuerungssystem, bei dem für jede Heizsituation ein spezifisches Programm abläuft. Kernpunkt dabei ist die absolut präzise Mischung aus Brennstoff und Sauerstoff, um eine optimale Verbrennung und somit eine maximale Energieeffizienz zu gewährleisten. Weicht diese Mischung aus Luft und Brennstoff auch nur minimal vom Ideal ab, kommt es zur Rußbildung oder zur erhöhten Abnutzung, insbesondere der Brennerdüsen. In der Folge wird deutlich mehr Brennstoff verbraucht, als notwendig wäre, oder bestimmte Bauteile der Heizanlage verschleißen schneller als üblich, was zum frühzeitigen Austausch von Teilen oder zu teuren Reparaturen führt. Versuche haben ergeben, dass eine Rußschicht von nur einem Millimeter Stärke ausreicht, um den Brennstoffverbrauch um fünf Prozent zu erhöhen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus klassischer Bauart mit einem Normalverbrauch von 23.000 Kilowattstunden erhöht sich der Brennstoffverbrauch um 1.150 Kilowattstunden.
Wer einen Kostenvergleich anstellt, der wird feststellen, dass sich die Kosten für die Wartung einer Heizungsanlage durch den effizienteren Brennstoffverbrauch schnell amortisieren. Derzeit liegen die Kosten für die Wartung einer Heizungsanlage bei etwa 150 bis 200 Euro. Je nach Heizungssystem fallen dabei durchschnittlich folgende Kosten an:
- Pellettheizung: 215 Euro
- Gasheizung: 130 Euro
- Ölheizung: 160 Euro
- Wärmepumpe: 140 Euro
Diese durchschnittlichen Kosten sind relativ, denn eine Einzelwartung ist üblicherweise teurer als ein Wartungsvertrag.
Kamine und Einzelfeuerstellen warten lassen
Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) hat bestimmt, dass zahlreiche Einzelraumfeuerungsanlagen bis zum 31. Dezember 2002 stillzulegen sind. Bei nur wenigen dieser Kamine oder Holzöfen ist es rentabel, sie technisch nachzurüsten und auf einen umweltverträglichen Stand zu bringen.

Darüber hinaus bestimmt das Gesetz, dass ab dem 1. Januar 2021 nur noch vier Brennstoffe in diesen Einzelfeuerstellen verfeuert werden dürfen:
- Scheitholz
- Holzspäne
- Holzpellets
- Holzbriketts
Für das Feuerholz wurden gesonderte Bestimmungen erlassen. Es muss demnach ausreichend trocken gelagert sein. Zudem ist es verboten, Holz zu verfeuern, das mit Lack, Beize oder einem anderen Schutzmittel beschichtet ist.
Die Wartung einer solchen Kleinfeueranlage erfolgt nach Bedarf. Bei gelegentlicher Nutzung ist eine Reinigung pro Jahr vorgeschrieben. Wird ein Holzofen oder ein Kamin häufiger genutzt, sind zwei Reinigungen erforderlich, bei täglicher Nutzung mehrere. Dabei ist zu beachten, dass Kamine wegen ihrer schlechten Energieeffizienz nicht täglich betrieben werden dürfen. Die Kontrolle darüber obliegt dem Schornsteinfeger. Stellt er fest, dass ein Kamin zu häufig angezündet wird, droht ein Bußgeld. Da alle Kleinfeueranlagen gemäß BImSchG über einen Filter oder einen Abscheider verfügen müssen, ist neben der eigentlichen Reinigung des Kamins auch eine Überprüfung der Funktionsweise dieser Bauteile notwendig – und dies bei jeder Reinigung.
Die Erneuerung der Heizungsanlage: Welche Heizung ist die beste?
Wichtig zu wissen ist, dass ab 2024 nur noch Heizungsanlagen verbaut werden dürfen, bei denen zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie zum Einsatz kommt. Das kurzzeitig ausgesprochene Verbot von Gasheizungen wurde wieder gekippt, obwohl diese Heizungsart mit Blick auf die Umwelt tatsächlich bedenklich ist. Dementsprechend dürfen Gasheizungen weiter verbaut werden – allerdings nur dann, wenn sie auch grünen Wasserstoff, Biomethan oder andere alternative Gase verbrennen können. Außerdem kommen Gasheizungen als Ergänzung zu einer Elektroheizung oder einer Biomasseheizung oder dann zum Einsatz, wenn ein Fernwärmeanschluss vorhanden ist.
Allerdings ist bereits heute absehbar, dass das Aus für die Gasheizung unweigerlich kommen wird. Grund dafür ist der hohe CO2-Ausstoß. So produziert beispielsweise eine Wärmepumpe lediglich rund 100 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, bei der Gasheizung sind es 250 Gramm. Dies ist ein Grund dafür, dass Gasheizungen bei Wohnungsbauprojekten oder durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kaum mehr oder nicht mehr gefördert werden. Für alternative Heizungssysteme wie Biomasse oder Wärmepumpen sind hingegen verschiedene Fördermaßnahmen verfügbar.

Nachträglich Dämmung verbessern, nachdämmen oder alte Dämmung austauschen
Bei Bestandsbauten und bei der Altbaurenovierung spielt die Erneuerung oder Verbesserung der Dämmung eine große Rolle. Grund dafür ist, dass das Mauerwerk, der Keller oder das Dach Kälte speichert und langsam an den Innenbereich abgibt. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass insbesondere Altbauten im Bereich der Energieeffizienz derart schlecht abschneiden. Aber auch bei neueren Bauten kommt es vor, dass eine Dämmung unzureichend ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn zur Dämmung billiges Material verwendet oder aus Sparsamkeitsgründen auf eine ausreichende Stärke der Dämmung verzichtet wurde.
Nachträglich gedämmt werden kann die Kellerdecke, so dass anschließend die Kälte nicht mehr aus dem Keller ins Erdgeschoss ziehen kann. Eine weitere nachträgliche Maßnahme zur Dämmung ist eine neue oder zusätzliche Fassade, die dem Bauwerk zugleich ein komplett neues Aussehen verleihen kann, wenn dies gewünscht ist. Die einfachste Art der Nachdämmung ist der Ausbau des Dachbodens, was sogar staatlich gefördert wird. Wurde bei der Dämmung des Daches eine zu geringe Materialstärke beim Dämmmaterial gewählt, ist es ratsam, die alte Dämmung komplett zu entsorgen. Eine vollständig neu eingebrachte Dämmung erzielt im Regelfall eine wesentlich bessere Wirkung.
Investition in eine Brauchwasseranlage
Moderne Regensammelanlagen liefern hygienisch unbedenkliches Brauchwasser, mit dem auch Geschirrspüler und Waschmaschinen betrieben werden können. Wer die Energieeffizienz seines Hauses deutlich messbar verbessern will, der kann in ein solches System eine Photovoltaik-Anlage und eventuell einen Bereitschaftskessel integrieren lassen. Auf diese Weise lässt sich das Brauchwasser auf eine Temperatur von 25 bis 30 Grad Celsius vorwärmen, sodass der Geschirrspüler oder die Waschmaschine erheblich weniger Energie verbraucht. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die geringe Wasserhärte von Regenwasser nur ein Bruchteil des ansonsten üblichen Waschpulvers oder Geschirrreinigers benötigt wird. Bei der Waschmaschine wird darüber hinaus fast immer der Weichspüler überflüssig. Außerdem bleiben deshalb weniger Waschmittelrückstände in der Kleidung haften, was insbesondere für Allergiker vorteilhaft ist. Zudem hat sich gezeigt, dass mit Brauchwasser betriebene Geräte weniger störungsanfällig sind und eine längere Lebenserwartung haben.
Fazit
Es sind die neuen Technologien und Methoden, die Hausbesitzern auf relativ einfache Weise beim Einsparen signifikanter Energiemengen helfen. Zudem ist die Vielfalt an Lösungsansätzen derart hoch, dass sich für jedes Haus eine spezielle Technik finden lässt. Wer clever ist, kann das Energiesparen und Dämmen seines Zuhauses obendrein staatlich fördern lassen.