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18. Januar 2022  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Smartes Heizen

von  textbroker | 6 Min. Lesezeit | #Zentralheizung  #Thermostat  #digital  #automatisiert  #Heizkessel 

Zentralheizungen nachrüsten und Kosten senken

Bei steigenden Energiekosten ist es wichtig, die Ausgaben zu kontrollieren und Sparpotenzial auszunutzen. Das smarte Heizen verspricht hier enorme Einsparungen. Wie effektiv sind die Maßnahmen wirklich und mit welchen Methoden lassen sich Heizsysteme intelligent steuern? Ist eine kostspielige Sanierung des Heizsystems notwendig oder gibt es auch Möglichkeiten, mit geringem Aufwand bestehende Zentralheizungen nachzurüsten? Diesen Fragen geht der folgende Beitrag nach.

Was ist eine smarte Heizung und was sind die Vorteile?

Das smarte Heizen bezeichnet den Einsatz von technischen Hilfsmitteln, die selbstständig agieren und auf diese Weise das Heizsystem steuern. Diese intelligenten Steuersysteme sollen einerseits die Heizkosten reduzieren und andererseits für mehr Wohnkomfort sorgen. Systeme für das smarte Heizen nutzen Sensoren, Netzwerke und teilweise auch künstliche Intelligenz, um diese Funktionen bereitzustellen.

Der wichtigste Vorteil solcher intelligenten Heizungen ist die Kostenreduzierung. Durch eine optimierte Steuerung der Heizung lässt sich der Energiebedarf senken. Dies resultiert dann in niedrigeren Heizkosten. Aus diesem Grund amortisieren sich Investitionen in solche Systeme in den meisten Fällen vergleichsweise schnell. Zu den Vorteilen des smarten Heizens gehören vor allem diese Punkte:

  • Senkung der Energiekosten
  • Integration der Heizung ins Smart Home
  • Möglichkeit zur Fernsteuerung oder Programmierung der Heizungsanlage
  • Automatisierung der Heizungssteuerung
  • Überblick über den Energieverbrauch und die Kosten in Echtzeit

Umrüstung der Zentralheizung – welche Heizung ist für die intelligente und automatische Steuerung geeignet?

Digitale Anzeige am Heizungsgerät

Steht die Anschaffung eines neuen Heizkessels an, ist es durchaus sinnvoll, auf ein smartes System zu setzen. Der Vorteil ist, dass es entsprechende Lösungen für fast alle Energieträger gibt. So stehen sowohl smarte Heizkessel für Gas und Öl als auch für Pellets zur Verfügung. Auch die moderneren Heizsysteme wie Luft- und Erdwärmepumpen sind als intelligente Varianten verfügbar.

Was diese smarten Heizerzeuger von den vorherigen Generationen unterscheidet, sind die Sensoren und Schnittstellen zum Netzwerk. So verfügen smarte Zentralheizungen über Temperaturfühler, mit denen die aktuelle Außentemperatur gemessen wird. Anhand dieser Messung steuert die Zentralheizung die Vorlauftemperatur oder schaltet automatisch zwischen Sommer- und Winterbetrieb um. Ebenfalls regulieren die smarten Heizungssteuerungen den Brenner des Systems und passen die Heizleistung an die aktuellen Bedingungen an. Alleine diese Funktionen senken den Energiebedarf und optimieren die Heizeffizienz.

Smarte Heizkessel lassen sich außerdem ins Netzwerk integrieren und so mit dem Internet verbinden. In Kombination stehen Apps zur Verfügung, mit denen ein direkter Fernzugriff auf die heimische Zentralheizung möglich ist. Diese Apps informieren den Heizungseigentümer einerseits über den aktuellen Zustand der Heizung. Andererseits sind über die App auch direkte Eingriffe an der Steuerung möglich. Abhängig vom Art des Systems lassen sich so der Heizkreislauf oder auch die einzelnen Heizkörper im Haus individuell regulieren.

Intelligente Heizungssteuerung nachrüsten – welche Optionen gibt es?

Digitale Temperaturanzeige

Ein kompletter Umbau der Zentralheizung ist nicht unbedingt notwendig, um von den Vorteilen des smarten Heizens zu profitieren. Es ist ganz im Gegenteil in vielen Fällen möglich, mit gezielten Umrüstungen ein bestehendes System aufzurüsten. Dies erfordert zunächst eine Analyse der vorhandenen Heiztechnik. Ein möglicher Aufrüstungspunkt sind die eigentlichen Wärmetauscher wie die Heizkörper in den Räumen. Diese werden meist über manuelle Thermostate gesteuert. Die Drehbewegung regelt den Durchfluss und somit die Wärmeabgabe an den Raum. Dies erfordert somit immer einen aktiven Eingriff, um die Raumtemperatur zu regeln, was nicht besonders effizient ist.

Die Alternative sind digitale, programmierbare oder smarte Thermostate. Es gibt Unterschiede zwischen diesen drei Varianten, alle sind jedoch in der Lage, eigenständig die Heizleistung zu regulieren. Solche smarten Raumthermostate gibt es sowohl für klassische Heizkörper als auch für Fußbodenheizungen. Die digitalen Thermostate besitzen einen Temperatursensor, der in der Regel auf 0,5 Grad genau geregelt werden kann. Dann halten diese Thermostate die Zieltemperatur und reduzieren ohne Verzögerung die Heizleistung, wenn die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Dies verhindert den übermäßigen Energieverlust durch eine Überhitzung des Raumes.

Noch mehr Funktionen bieten programmierbare Thermostate. Diese können direkt am Thermostat so eingestellt werden, dass sie zu bestimmten Tageszeiten oder an Wochentagen die Temperatur im Raum senken. So kann nachts oder in Abwesenheit eine Raumtemperatur von 17 Grad Celsius programmiert werden, während tagsüber die normale Temperatur eingestellt wird. Somit sparen die programmierbaren Thermostate nochmals mehr Energie.

Smarte Thermostate sind hingegen ins Netzwerk integriert. Auch hier lassen sich präzise Wochen- und Tagespläne programmieren, sodass eine Senkung der Raumtemperatur bei Abwesenheit möglich ist. Darüber hinaus ist jederzeit ein Eingriff in die Steuerung möglich. Ebenfalls können alle im Haus vorhandenen smarten Thermostate angesprochen werden. Dafür ist eine App vorhanden, die die Steuerung über das Smartphone erlaubt. So kann die Heizung bei ungeplanter Abwesenheit reduziert werden oder die Heizung sogar aus dem Urlaub gesteuert werden. Auf diese Weise maximieren die smarten Thermostate das Einsparpotenzial und sind in sehr vielen Situationen eine gute Option für Nachrüstungen.

Was lässt sich mit einer smarten Heizungssteuerung sparen?

Das Einsparpotenzial hängt vom Umfang der Maßnahmen sowie der gewählten Technik ab. Je komplexer die Steuerung, umso größer ist das Einsparpotenzial. Gleichzeitig sind solche Systeme auch mit einem höheren Einbauaufwand und größeren Investitionen verbunden. Im Einstiegsbereich stehen die digitalen Thermostate. Diese steuern einzelne Heizkörper, was den Aufwand und die Kosten niedrig hält. Gleichzeitig sind die Optionen für die Steuerung begrenzt und die digitalen Thermostate holen so nicht das Maximum des Einsparpotenzials heraus. Dennoch zeigen Tests aus der Praxis, dass sich die Heizkosten um fünf Prozent senken lassen. Eine solche Anschaffung lohnt sich also bereits kurzfristig.

Effektiver sind programmierbare und smarte Thermostate. Hier ist es jedoch sinnvoll, direkt alle Heizkörper in der Wohnung umzurüsten. Mit diesen intelligenten und programmierbaren Steuerungen lassen sich die Heizkosten um bis zu 15 Prozent oder mehr senken. Entscheidend für das Sparpotenzial ist vor allem, wie sparsam vorher mit der Heizenergie umgegangen wurde. Wer dazu die Verbrauchsanalysen nutzt, die die Apps der smarten Systeme bereitstellen, kann seine eigene Heizung weiter optimieren und die Kosten somit noch mehr senken.

Ein komplettes smartes Heizsystem hingegen, wo auch der Heizkessel der Zentralheizung involviert ist, kann die Heizkosten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Bei den stetig steigenden Energiepreisen ist dies vor allem eine Investition in die Zukunft. Die Anschaffungskosten für solche Systeme liegen jedoch im fünfstelligen Bereich. Dies ist eine andere Kategorie als die Installation von smarten Heizkörperthermostaten, die pro Stück oftmals schon für unter 50 Euro erhältlich sind. Gleichzeitig gibt es in vielen Fällen die Option, beim Austausch der Zentralheizung und der Installation eines smarten und effektiven Heizkessels Förderungen in Anspruch zu nehmen. Somit sinken die realen Kosten für einen solchen Umbau. In vielen Fällen amortisiert sich die Investition innerhalb von wenigen Jahren über die gesenkten Heizkosten.

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