Möglichkeiten zur Dämmung der obersten Geschossdecke
Ist der Dachboden eines Alt- oder Neubaus nicht oder nur zum Teil zur Nutzung gedacht, ist es sinnvoll, nicht die kompletten Dachschrägen zu dämmen, sondern lediglich den Boden selbst. Gegenüber der Dachschrägendämmung ist diese Dämmart erheblich unaufwändiger und hinsichtlich der Dämmwirkung trotzdem sehr effizient. Zu unterscheiden sind zunächst einmal die Bauarten der Geschossdecke selbst: Handelt es sich um eine Stahlbetondecke, so lassen sich die Platten oder Matten ohne eine luftdichte Ebene dazwischen einfach fugendicht auf der Deckenfläche auslegen.
Besteht die Deckenkonstruktion aus einer Holzbalkenlage, lässt sich nicht nur die Fläche darüber dämmen, sondern auch die Zwischenräume zwischen den Balken. In beiden Fällen muss allerdings eine Dampfbremsfolie vor den Dämmarbeiten ausgelegt werden, die die aufsteigende Luftfeuchtigkeit aus der Deckenkonstruktion heraushält. Die Luftfeuchte würde sonst innerhalb der Konstruktion kondensieren und das Holz nachhaltig schädigen. Diese sogenannte luftdichte Ebene muss lückenlos sein und an den Folienstößen und den Anschlüssen an die Hölzer dauerhaft verklebt werden. Wichtig ist, bei Folie und Kleber/Klebebänder auf Produkte von einem Hersteller zurückzugreifen.

So wird die Geschossdeckendämmung gefördert
Mit einer Förderung unterstützen BAFA und KfW die Dachbodendämmung, möglich ist ein Zuschuss für Einzelmaßnahmen sowie ein Förderkredit für die Effizienzhaus-Sanierung. Um Fördermittel zu erhalten, muss die Dämmung für die oberste Geschossdecke noch besser sein, als das Gebäudeenergiegesetz (GEG) es fordert. Dafür müssen sich die Kosten für die Sanierung auf mindestens 2.000 Euro belaufen. Der Zuschuss für die Dachbodendämmung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Ein zusätzlicher Bonus in Höhe von 5 Prozent ist möglich, wenn die Dachbodendämmung als Maßnahme im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) enthalten war. Für die Förderung ist die Einbindung eines Energieberaters Pflicht. Für die entstehenden Kosten gibt es den Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung in Höhe von 50 Prozent.
Dämmung begehen oder nicht?
Als Dämmmaterialien kommen alle Varianten in Betracht, die auch an der Fassade, dem Keller oder auch der Dachschrägen eingebaut werden. Im Wesentlichen sind das Elemente aus Polyurethan (PUR), Polystyrol (EPS, Styropor), Glas- oder Steinwolle oder auch die eingeblasenen Flocken aus Zellulose. Wichtiges Kriterium für die Materialwahl ist die Frage nach der Nutzbarkeit des Dachbodens: Soll die Fläche zumindest zu einem Teil begehbar bleiben, fällt die Glaswollevariante aus, weil sie zu weich ist. Alle anderen Dämmmaterialien sind für die Begehbarkeit geeignet, wenn sie mit tragfähigen Platten (OSB, Spanplatte, Trockenestrichelemente) belegt werden. Der Zugang zur obersten Geschossdecke muss mitgedämmt werden. Grundsätzlich sind drei Zugangssituationen zur OGD zu unterscheiden. Sie kann über das Wohnungstreppenhaus, Dachbodenluken oder eine eigene Treppe erschlossen sein.

Erschließung übers Wohnungstreppenhaus
Wird die OGD über das Wohnungstreppenhaus erschlossen, kann die Geschossdeckendämmung nur durch das Dämmen und Abdichten der Tür energetisch verbessert werden, und zwar unabhängig davon, wie die Dämmung der obersten Geschossdecke vollzogen wurde, ob mit Platten, Matten oder Verbunddämmstoffen aus Matten/Platten und Holzwerkstoffen. Für das Dämmen der Tür kommen vor allem Hochleistungsdämmplatten infrage. Zum Beispiel eignen sich Phenolharzplatten mit einem λ-Wert von 0,21 W/(m ∙ K) hervorragend, wenn wenig Platz in Anspruch genommen werden soll und gleichzeitig ein akzeptabler U-Wert das Ziel ist.
Hochwertige Türdichtungen, sogenannte Holzzargen-Dichtungen oder Holzinnentürdichtungen, sollten vorhanden sein oder angebracht werden. Sie verhindern, dass die Lufttemperatur im warmen Bereich durch Zuglufterscheinungen sinkt, Lüftungswärmeverluste werden so vermindert.
Erschließung via Dachbodenluke
In sehr vielen Gebäuden wird die OGD nur über eine Dachbodenluke erschlossen. Diese ist meist nicht dicker als 15 Millimeter und besteht aus einer Holzwerkstoffplatte. Die dünne Platte kann die oberste Geschossdecke von den darunter liegenden Räumen nicht thermisch trennen. Um in so einem Fall die oberste Geschossdecke dämmen zu können, kann die Dachbodenluke ähnlich wie eine Tür mit Hochleistungsdämmstoffen gedämmt werden, zum Beispiel mit der schon erwähnten Phenolharzplatte. Die Dämmplatte wird auf der Holzwerkstoffplatte mit den dafür zugelassenen Klebern und Dübeln befestigt. Sehr wichtig ist auch hier eine umlaufende Dichtung. Sie soll verhindern, dass warme Luft ungehindert durch kleine Ritzen verloren geht.
Ist in der Dachbodenluke keine Bodeneinzugstreppe integriert, ist die Dämmung der Dachbodenluke einfacher. Denn die Dämmplatte muss nicht kleinteilig zurechtgeschnitten werden, um die Funktion der Leiter nicht zu stören. Die Hochleistungsdämmplatte wird zur Geschossdeckendämmung großflächig auf die Dachbodenluke aufgeklebt. Auch hierbei müssen die Randbereiche mit gedämmt werden. Dazu wird die Dachbodenluke seitlich mit Dämmplatten verkleidet. Diese Maßnahmen sind sehr rentabel.
Erschließung über eigene Treppe
Nicht selten wird die oberste Geschossdecke über eine eigene Treppe erschlossen. Das Wohnungstreppenhaus verfügt dann neben den Eingängen für die Wohnungen über einen separaten Eingang zur Treppe, die zur OGD führt. Um diesen Durchgang für die Dämmung der obersten Geschossdecke energetisch zu optimieren, werden die Wände an der Treppe sowie die Tür gedämmt. Bei dieser Lösung werden ähnlich wie bei einer Außenwanddämmung die Wände mit Plattendämmstoffen versehen. Abschließend wird die Tür mit einer Hochleistungsdämmplatte versehen und mit einer möglichst umlaufenden Dichtung ausgestattet. Diese Variante ist deshalb kritisch zu betrachten, weil sich die thermische Umfassungsfläche vergrößert und damit auch das Verhältnis der Umfassungsflächen zum beheizten Volumen verschlechtert. Außerdem können die Aufgänge, die in der Regel ohnehin schon eng sind, durch die Dämmstoffe noch schmaler werden.
